Gender-neutral (oder geschlechtsneutral)

Themenübersicht:
1. Bedeutung von „gender-neutral“
2. Gender-neutrale Erziehung

1. Bedeutung von „gender-neutral“

1.1 Was ist gemeint mit „gender-neutral“?

„Gender“ ist hier wirklich mit Geschlecht zu übersetzen, nicht als soziales Geschlecht. Etwas ist gender-neutral (geschlechtsneutral), wenn es in gleicherweise für die Geschlechter anwendbar ist und das Geschlecht entsprechend keine Rolle spielt.

Sprache ist gender-neutral, wenn sie kein Geschlecht bevorzugt. Politik ist gender-neutral, wenn beiden Geschlechtern gleiche Chancen gegeben werden. Erziehung ist gender-neutral, wenn für Kinder die gleichen Erwartungen, Normen, Regeln und Werte gelten.

1.2 Ziel von Gender-Neutralität

Gender-Normen unserer Gesellschaft schränken individuelle Entwicklungsmöglichkeit ein und reduzieren somit die Chance auf höhere Leistung und das eigene Glück zu finden. Zudem schüren sie Zwiespalt und Vorurteile. Unsere Gesellschaft neigt dazu, das männliche auf- und das weibliche Geschlecht abzuwerten (siehe dazu „Stereotype und Vorurteile“).

Der Gender-neutrale Ansatz verfolgt folgende Ziele:

  • gleiche Rechte, Werte, Verantwortung und Chancen für die Geschlechter
  • Eliminieren von geschlechtsbezogenen Vorurteilen und Diskriminierung
  • Individuen können sich entsprechend ihrer tatsächlich Stärken, Schwächen und Interessen entfalten
  • eine glücklichere Gesellschaft, die ihr Potenzial nutzt

2. Gender-neutrale Erziehung

2.1 Kein neues Thema

Gender-neutrale Kleidung für Kinder ist kein neues Thema. Im 19. Jahrhundert trugen alle Kinder weiße Kleidchen, weil sie als geschlechtsneutral galten. Der Einzug von pink und blau als definierende Farben der Geschlechterwelten erfuhr in der 1960-er Freiheitsbewegung der Frauen einen Halt, weil die Vorgabe und Zuordnung einer bestimmten Farbe zu einem Geschlecht als einschneidend und einschränkend wahrgenommen wurde. Vor allem die Sorge um Mädchen war groß, die daraufhin eher männliche Kleidung trugen. Siehe den vollen Zeitstrahl hier.

2.2 Von Natur aus Kind

Faktisch unterscheiden sich die Geschlechter vor der Pubertät kaum. Unterschiede im Körperbau starten erst mit Ausschüttung von Sexualhormonen. Des Weiteren haben Kinder keine unterschiedlichen Rollen zu erfüllen. 

Dennoch schreiben Grundschulkinder sich selbst und dem anderen Geschlecht völlig unterschiedliche Eigenschaften und Rollen zu. Sie bewerten die Geschlechter außerdem nach unterschiedlichen Wertesystemen. Der Effekt von Stereotypen auf Kinder ist besonders groß, weil differenzierte Ansichten eine hohe kognitive Kapazität verlangen. Diese müssen Kinder erst aufbauen.

2.3 Gender-neutrales Umfeld schaffen

Wir werden unsere Kinder nicht nach einem Ideal erziehen können, was wir nicht vorleben. Mama, Papa, Erzieher, Lehrer, gleichaltrige Kinder, Geschwister, Großeltern, Bekannte der Eltern, Filme, Bücher, Serien, Werbung, Sprache, Medien, Marketing, Spielzeug, Kleidung und Fremde auf der Straße – alles Quellen für ein Kind, um gesellschaftliche Normen zu lernen.

Eltern können das Umfeld der Kinder und somit den Einfluss, dem sie ausgesetzt sind, nur zu einem gewissen Grad beeinflussen. Sie selbst sind aber die Hauptakteure im Leben eines Kindes und auf ihr Verhalten kommt es am meisten an. Wenn Eltern Vorurteile haben, werden sie diese unbewusst und gegebenenfalls auch bewusst an die Kinder weitergeben. Der erste und wichtigste Schritt für Eltern, die ihre Kinder gender-neutral erziehen möchten, ist, die eigenen Geschlechterstereotypen abzubauen.

Wir haben eine hilfreiche Liste für Dich erstellt:
→ Tipps für eine gender-neutrale Erziehung


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Pink und blau Erziehung
Pink und blau Erziehung

Quellen:

  1. Meyer & Sobieszek 1972 (nach Bischof-Köhler 2006, S. 60)
  2. Field, 1978 (nach Bischof-Köhler 2006) 

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