Sicherheitsmanagement und Tendenzen der Geschlechter

Zusammenfassung:
– unser Sicherheitsmanagement besteht aus 2 interagierenden Motiven
– Sicherheitsbedürfnis abgedeckt → Wunsch nach Erregung steigt
– Nähe zur Vertrauensperson füllt das Sicherheitsbedürfnis
– Konsequenz: sie darf nicht weg sein, aber wenn sie da ist, bedarf es zusätzlichem Entertainment

Themenüberblick:
Geborgenheit bis Entdecken
Vernunft bis Übermut

Sicherheitsmanagement von Geborgenheit bis Entdecken

Unser Sicherheitsmanagement besteht aus zwei miteinander interagierenden Motiven. Gehst Du lieber immer wieder zum gleichen Asiaten, oder probierst gerne was Neues aus? Und ist die Wahrscheinlichkeit, dass Du etwas neues ausprobierst vielleicht davon abhängig, inwieweit Dein Sicherheitsbedürfnis gerade gestillt ist?

Experiment von Goldberg & Lewis

1969 untersuchten Goldberg & Lewis, wie Kinder in Begleitung einer Bezugsperson einen unbekannten Raum erkunden. Die Beobachter stellten dabei fest, dass alle Kinder in regelmäßigen Abständen zur Vertrauensperson zurückkehrten. Außerdem interessierten sich die Forscher dafür, ob es Unterschiede im Verhalten der Geschlechter gab und wurden fündig. Mädchen blieben näher an der Vertrauensperson, kehrten dafür seltener zu ihr zurück. Jungen entfernten sich weiter, kehrten aber häufiger zurück.

Das Team stellte nach einer Weile eine Barriere zwischen die Kinder und ihre Vertrauensperson. Mädchen weinten häufiger, während Jungen eher versuchten, sich selbst zu helfen. Dabei wurden sie auch aggressiv. Diese Ergebnisse deuten zunächst darauf hin, dass Jungen eine höhere Erregungstoleranz haben. Wenn diese allerdings überschritten ist, kommt es bei den Jungen schlagartig zu emotionalen Zusammenbrüchen. In Folge waren sie deutlich nachhaltiger beunruhigt1.

Das Sicherheitsmanagement von Mädchen scheint deutlich stabiler. Sie lassen sich nicht weniger stark aus der Bahn werfen und beruhigen sich schneller. Trennungen können sie besser verkraften. Ältere Mädchen haben ein ausgeprägteres Bedürfnis nach sozialer Nähe. Sie suchen engeren körperlichen Kontakt zu Freundinnen, brauchen mehr Bestätigung.

Etwas undankbare Rolle der Bezugsperson

Die beiden Motive nach Sicherheit und Erregung interagieren miteinander. Das Sicherheitsbedürfnis ist ein Grundmotiv, wie wir es aus der Maslowschen Pyramide kennen. Wenn das Mindestmaß der Kinder unterschritten ist, weinen sie. Wenn ihr Sicherheitsbedürfnis hingegen gedeckt ist, steigt ihr Erregungsbedürfnis und fremde Objekte wirken faszinierend. 

Überwiegend ist Mama die Hauptvertrauensperson und dient der Abdeckung des Sicherheitsbedarf. Damit verkörpert sie aber auch weniger Erregungswert und rückt in eine scheinbar undankbare Situation. Sie darf keinesfalls weg sein, aber wenn sie da ist, ist sie nicht sehr interessant. Für viele Kinder ist Papa eher eine Erregungsquelle, doch gleichzeitig vertraut genug, dass sie sich nicht ängstigen brauchen.

Sicherheitsmanagement von Vernunft bis Übermut

„Fliege mit diesem neuen Raumschiff und erkunde das All!“ war die Aufgabe an die Versuchspersonen eines Experimentes. Leider war das Raumschiff nur eine Simulator. Gemessen wurde die durchschnittliche Distanz, mit der sich die Testpersonen von der Erde entfernten. Am Ende konnten vier Typen unterschieden werden:

  • ängstlich: nah an der Erde und Erde im Blickfeld
  • vernünftig: blieben in der Nähe, aber brauchten die Erde nicht im Sichtfeld
  • übermütig: preschten ins All hinaus und merkten dann, dass sie die Erde vermissten und kehrten zurück, um nach ihr zu suchen
  • kaltblütig: überdurchschnittlich weit, dreht sich kaum um
Ergebnisse Flugsimulator - Sicherheitsmanagement - Happy Jona
Die 4 Flugtypen nach Alter und Geschlecht

Die Forscher stellten in ihrer Auswertung fest, dass Ängstlichkeit sowie Kaltblütigkeit abhängig waren vom Alter. Mit steigendem Alter (innerhalb der Altersspanne der Kandidaten von 10 – 33 Jahre) sinkt der Anteil an ängstlichen und steigt der Anteil an kaltblütigen Testpersonen. Auf der Dimension von Vernunft zu Übermut hingegen fanden sie einen Geschlechtseffekt. Demnach neigen Frauen zu der vernünftigen und Männer zur übermütigen Strategie.

Männer zeigen eine höhere Risikobereitschaft und erleben die Gefahr selbst eher als Faszination. Ihre Bereitschaft, die eigene Schädigung in Kauf zu nehmen ist deutlich höher als bei Frauen und hängt sicher mit der männlichen Tendenz, sich zu überschätzen, zusammen. Schon in der Kindheit zeigen Jungen eine höhere Affinität zu risikobehaftetem Verhalten. Mütter geben oft auf und akzeptieren solch ein Verhalten eher bei Jungen, wodurch der angeborene Unterschied weiter sozialisiert wird2.


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Partnerschaft und Paarungsmotivation
Partnerschaft und Paarungsmotivation

Quellen:

  1. Goldberg & Lewis 1969 sowie Maccoby und Jacklin nach Bischof-Köhler 2006, S. 258
  2. Bischof-Köhler 2006, S. 265

Warum der Mindestbestellwert von 100 Euro?

Ab einem Warenkorb dieser Größenordnung verschickt der Großhändler die Ware direkt zu Dir nach Hause

1. Das ist nachhaltig, weil die Ware nicht 2x innerhalb Deutschlands versendet werden muss, sondern direkt vom Großhandel an den Kunden geschickt wird.

2. Happy Jona hat jetzt am Anfang mehr Kapazität für den Ausbau des Sortiments, weil Lagerung und Lieferung entfällt.

Danke für Dein Verständnis!