Auffallen um jeden Preis

Zusammenfassung:
– Blickkontakt war ursprünglich nur Indikator für Ranghöhe
– manipulierte Aufmerksamkeit wurde zum Selbstzweck für Rangaufstieg

Themenüberblick:
Auffallen für Ranghöhe
Auffallen ist eher männlich

Weil sich unser Selbstwert auf Rückmeldungen aus unserem Umfeld aufbaut, ist er an unseren Rang in der Gesellschaft geknüpft.

Auffallen für Ranghöhe

Aus dem Tierreich wissen wir, dass Ranghöhere öfter angeschaut werden. Gruppenmitglieder informieren sich über ihre Stimmung, weil sie ihnen nicht an einem schlechten Tag über den Weg laufen wollen. Angeschaut-Werden war somit ursprünglich lediglich ein Symptom von Ranghöhe und lässt sich durch das Blickverhalten innerhalb der Gruppe ablesen. Bei Schimpansen ist dann das Aufsehen erregen zum Selbstzweck geworden, um an Ranghöhe zu gewinnen. Desto mehr Aufsehen ich generiere, desto weiter steige ich in den Rängen. Da macht es doch Sinn, dafür zu sorgen, dass ich angeschaut werde. Die Art der Auffälligkeit sagte dann allerdings nichts mehr über die Bedeutsamkeit für die Gruppe aus. Unreflektiert interpretiert die Gruppe Mitglieder, deren Verhalten Aufmerksamkeit erregt, als ranghöher.

Aus:

Ranghöhe verdient Aufmerksamkeit aus der Gruppe

wurde:

Aufmerksamkeit aus der Gruppe führt zu Ranghöhe

Auffallen ist eher männlich

Im männliche Geschlecht liegt nicht nur eine Tendenz zu auffälligerem Verhalten vor, “typisch männliche” Tätigkeiten haben zusätzlich häufig einen auffälligeren Charakter. Beispielsweise erwartete man Jagdbeuten mit großer Vorfreude. Jäger (überwiegend Männer) bekamen viel mehr Anerkennung als Sammler (überwiegend Frauen). Beide trugen zur Hälfte der Nahrung bei und beide brachten wichtige Kompetenzen mit. Sammler musste giftigen Pflanzen erkennen, Jäger schnell sein. Sammler brachten verlässlich jeden Tag ungefähr die gleichen Nahrungsmittel. Die Jagd hingegen war unberechenbarer und Erfolge somit besonders. 

Wenn Männer heute “typisch weibliche” Tätigkeiten übernehmen, muss das oft noch was ganz besonderes haben. Sie kochen nicht einfach, sondern bereiten „ein Fünf-Sterne-Menü“. Dass Großmutters Küche in Mode gekommen ist, sieht Bischof-Köhler als möglichen Hinweise auf Gleichberechtigung. Eine “typisch weibliche” Tätigkeit erhält Wertschätzung und wird nicht als selbstverständlich wahrgenommen oder gar abgewertet. 

Dieser Befund hat Implikationen auf den Umgang mit unangepasstem Verhalten. Stellen wir uns beispielsweise einen Klassenclown vor, der im Unterricht ständig stört. Der Lehrer ermahnt ihn am laufenden Band und sendet damit unbewusst eine aufwertende Rückmeldung.


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Empathie – Tendenzen der Geschlechter

Empathie
Empathie

Quelle: 1. Bischof-Köhler „Von Natur aus anders“ 2006, S. 271 – 274

Warum der Mindestbestellwert von 100 Euro?

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