Paarungsmotivation und Anziehung

Zusammenfassung:
– geringe/ hohe parentale Investition -> quantitative/ qualitative Fortpflanzungsstrategie
– auf beide Geschlechter wirken Gesundheit und Fruchtbarkeit attraktiv

Themenüberblick:
Paarungsmotivation
Anziehung

Paarungsmotivation

Die Paarungsmotivation ergibt sich aus der Fortpflanzungsstrategien und somit aus der parentalen Investition ergeben. Wir unterscheiden die beiden Extreme:

Quantitative
Strategie:
Ich vermehre mich so oft wie möglich und investiere das absolute Minimum pro Einzelnachkomme
Qualitative
Strategie:
Ich erzeuge nur wenige Nachkommen und maximiere die Chancen pro Einzelnachkomme

Paarungsmotivation bei quantitativer Strategie:

Innerhalb einer quantitativen Strategie ist das Maxim, jede Fortpflanzungsmöglichkeit zu nutzen und sämtliche Hemmnisse abzubauen. Selbst wenn Fruchtbarkeit unwahrscheinlich ist, war es einen Versuch wert. Sogar eine Paarung, die mein Leben kostet, war ein Erfolg, wenn ich meine Gene weitergeben konnte.

(Notiz: Hier sei nochmal erwähnt, dass wir nicht aus einer individuell sinnvollen Motivation sprechen, sondern aus der Perspektive der Evolution).

Paarungsmotivation bei qualitativer Strategie:

Fahre ich die qualitative Strategie, ist es essentiell, dass ich überlebe, da ja ohne mich meine Nachkommen nicht überleben. Ich brauche entsprechend sichere Konditionen und mein Partner muss erstmal eine gewisse Qualifikation unter Beweis stellen. Ich möchte, dass die richtigen Gene an meine Nachkommen weitergegeben werden und dass sie die optimale Pflege erhalten.

Anziehung

Sexualität geht weit über die Fortpflanzung hinaus, zumindest bei Wirbeltieren. Der Mensch verspürt Verlangen nach sexuellen Kontakten auch ohne Nachkommenswunsch. Dennoch sind Motive der Fortpflanzungsstrategien maßgeblich dafür, was wir als attraktiv oder anziehend empfinden. Für beide Geschlechter wirken Merkmale attraktiv, die auf Gesundheit und Fruchtbarkeit hinweisen. Junges und gesundes Aussehen, wie eine straffe, elastische Haut und Asymmetrie von Gesicht und Körper zählen dazu.

Die Liebe auf den ersten Blick klingt weniger romantisch als oberflächlich. Tatsächlich ist der Mensch aber sehr gut darauf trainiert, Menschen in seinem Umfeld innerhalb von Sekunden einzuschätzen. Ergebnisse sind dabei bemerkenswert akkurat im Bezug auf Alter, Gesundheitszustand, Stimmung sowie Herkunft. 

Studien zeigen, dass attraktive Menschen in der Schule weniger hart bestraft und im Studium sowie im Beruf positiver beurteilt werden. Sogar vor Gericht erhalten attraktive Menschen weniger harte Strafen, außer die Attraktivität spielte eine Rolle im Verbrechen, wie bei Heiratsschwindlern2

Was macht Frauen schwach?

  • Fruchtbarkeit und Gesundheit
  • Diversität
  • materielle Sicherheit
  • Fähigkeit zur Verteidigung

Forscher gehen davon aus, dass Weibchen die ranghöchsten Männchen für eine Paarung bevorzugen. Bei manchen Affenarten konnte jedoch beobachtet werden, dass Weibchen neu dazu gekommene Männchen präferierten. Darauf stützt sich auch die Hypothese, dass die Weibchen sich nicht nach einer faktischen, sondern an einer prospektiven Ranghöhe orientieren3. Hieran erkannt man die zwei Motive, die sich bei der Partnerwahl entgegenstehen. Zum einen sehnt sich das Weibchen nach Vertrautheit, sodass es sicher leben und sich um den Nachwuchs kümmern kann. Andererseits empfindet es aber Lust auf Fremdartigkeit. Dieser Wunsch hat sich vermutlich zum Wohle der Diversität durchgesetzt. Verschiedenartigkeit der Gene ist wichtig, denn je ähnlicher Erbgut, desto nutzloser ist es. Die Notwendigkeit, Inzucht zu verhindern, ist größer als die Angst vor Risiko4.

In den Augen einer durchschnittlichen Frau steigert materielle Sicherheit die Attraktivität eines Mannes . Selbst abgesicherte Frauen fanden Gutverdiener attraktiver5. Außerdem werden Männer mit einem markanten Kinn, tiefliegenden Augen und dicken Augenbrauen von den meisten Frauen als attraktiv bewertet.

In einer weiteren Studie fanden Frauen Männer attraktiver, die anderen gegenüber in einer dominanten Körpersprache auftraten6. Das ließe sich evolutiv dadurch erklären, dass Weibchen Schutz brauchten, um sich um den jungen Nachwuchs zu kümmern. Übersteigerte dominant-maskuline Merkmale lehnen Frauen hingegen ab7. Dass solches Verhalten eine Gegenselektion erfährt, wäre damit zu erklären, dass die größte Gefahr heute nicht von Fremden droht. Häusliche Gewalt ist die tatsächliche Gefahr für Frauen und Kinder.

Was macht Männer schwach?

  1. Gesundheit und Fruchtbarkeit (breit ausladende Hüften)
  2. hat noch kein Kind (schmale Taille)

Eine Studie in 37 Kulturen mit über 10.000 Probanden sollte zeigen, welche kulturunabhängigen Merkmale für die Geschlechter wichtig sind bezüglich sexueller Attraktion. Die Merkmale waren vorgegeben und wurden von den Teilnehmern bewertet. Männer schätzen demnach jüngere Frauen, gutes Aussehen, breit ausladende Hüften und eine verhältnismäßig schmale Taille8 als sexuell attraktiv ein. Laut Singh & Luis, 1995 sind diese Merkmale Zeichen für erhöhte Fruchtbarkeit, Gesundheit und dafür, dass eine Frau noch kein Kind zur Welt gebracht hat. Zudem wirken volle Lippen attraktiv, welche eine Folge der weiblichen Fetteinlagerung sind9.

Während Männer bei der langfristigen Lebenspartnerin auf Kriterien wie Intelligenz und Humor Wert legen, sind sie weniger wählerisch bei Affären10. Für eine Disposition zu einer quantitativen Strategie sprechen Befunde zur Torschlusspanik. Männer finden Frauen attraktiver, je später ein Abend wird – unabhängig vom Alkoholkonsum11. Männer, die an vielen Sexualkontakten interessiert sind, also eine Tendenz zur quantitativen Strategie haben, nehmen ihre Partnerin nach dem Geschlechtsverkehr als deutlich unattraktiver wahr12.


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Warum werben in vielen Spezies eigentlich Männchen um Weibchen? Und welche Strategien haben sich evolutiv durchgesetzt?

Evoluierte Werbestrategien für Partnerin
Evoluierte Werbestrategien für Partnerin

Quellen:

  1. Bischof-Köhler 2006 S. 108
  2. unibas.ch/de Abfruf 13.07.2019
  3. Martin, 1992; 3: Bischof-Köhler 2006 S. 120
  4. Bischof-Köhler 2006 S. 120
  5. Buss 1994, 2004 nach Bischof-Köhler 2006 S. 142
  6. Sadalla et al., 1987 USA
  7. unibas.ch/de Abfruf 13.07.2019
  8. Sütterlin, 1994
  9. unibas.ch/de Abfruf 13.07.2019
  10. Kenrick et al., 1990
  11. Gladue & Delaney, 1990
  12. Haselton & Buss, 2001

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