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Anatomische Geschlechtsunterschiede

Zusammenfassung:
– anatomische Geschlechtsunterschiede aus heutiger Sicht nicht optimal
– Geschlechter gleichen sich an → Unterschiede nicht mehr notwendig

Themenüberblick:
Gleich und ungleich
Frau
Mann
Evolutive Überbleibsel
Perspektive

Wenn wir von Geschlechtsunterschieden sprechen, ist der Elefant im Raum wohl das Offensichtliche: die anatomischen Geschlechtsunterschiede. Lass uns gemeinsam untersuchen, warum es Sinn gemacht haben könnte, dass sich Frau und Mann auf einigen Dimensionen etwas unterschiedlich entwickelten.

Gleich und ungleich

Wir wissen von vielen Spezies, dass die Andersartigkeit des Männchens dem Imponieren des Weibchens dient. Löwenmähne, Hauer, Geweihe und die farbenfrohe Erscheinung so mancher männlicher Hühnervögeln verfolgen den Zweck, Größe, Stärke und Präsenz zu demonstrieren. Auch wenn dem ungeübten menschlichen Augen die Unterschiede der Männchen innerhalb einer Spezies kaum auffallen, liest ein Weibchen die Qualität der Gene daraus ab.

peacock - anatomy- Happy Jona
Ein männlicher Pfau zeigt sein prächtiges Federnkleid

Desto geringer die parentale Investition des Männchens einer Spezies ist, umso mehr muss es um Weibchen werben und entsprechend stark unterscheidet es sich optisch. Wenn sich die Geschlechter fest binden, streicht sich das gesamte Thema der Konkurrenz aus der Gleichung und Männchen brauchen keinen Schmuck, um Weibchen von sich zu überzeugen. Wölfe oder Pinguine leben in lebenslangen, monogamen Beziehungen und unterscheiden sich optisch kaum.

Beim Menschen sind die optischen Unterschiede nun vergleichsweise gering. Der Mann ist etwas größer mit etwas längeren Gliedmaßen. Die stärkere Körperbehaarung diente einst, um bei aufgestelltem Fell noch größer zu wirken. Damit kommen wir zu einem wesentlichen Punkt; beim Menschen entwickeln sich die Unterschiede zurück und die Geschlechter gleichen sich an. Das spricht dafür, dass sich der Mensch zu einer monogamen Spezies entwickelt.

Frau

Weibchen unter den Säugetieren investieren viel Zeit pro Einzelnachkomme. Dadurch haben sie eine begrenzte Kapazität an möglichen Jungen und müssen deren Überlebenschance durch hervorragende Brutpflege maximieren. Diese Motivation hat sich anatomisch durch Milchdrüsen niedergelegt (Interessant: Brustwarzen bei Männern sind wohl nur ein Überbleibsel, weil Föten zunächst immer weiblich sind).

Frauen haben zudem breitere Becken als Schultern, was eine Schwangerschaft vereinfacht, aber auch dafür verantwortlich ist, wie Frauen laufen und dass ihnen das Abwärtsgehen schwerer fällt. Darüberhinaus kommt es bei Frauen zu einer stärkeren Ausbildung von Fettgewebe1.

Mann

Da von Männchen nicht das Überleben der Nachkommen abhing, konnten sie Aufgaben mit höherem Risiko übernehmen. Und weil sie nicht Hauptbetreuung für den Nachwuchs waren, konnten sie zudem längere Zeit weg sein und größere Entfernungen zurücklegen.

In Europa sind die Knochen von Männern im Schnitt 7 bis 8 Prozent länger als die von Frauen. Somit sind Männer größer und haben längere Gliedmaßen. Das kommt Werfen und einer schnellen Fortbewegung entgegen. Zudem haben sie ein kräftigeres Muskelprofil. Männer haben im Schnitt 35 kg Muskelmasse im Vergleich zu 23 kg bei Frauen. Ihr besserer Metabolismus vereinfacht andauernde Muskelleistung und lässt Muskelkater rascher vergehen. Mit einem höheren Volumen sowie Kapazität von Herz und Lunge sind Männer besser ausgestattet für Krafteinsatz und schnelle Bewegung. Ihr Blutdruck ist im Schnitt höher und ihr Stoffwechsel intensiver und damit besser ausgelegt für anhaltende körperliche Belastung.

Das menschliche Gehirn wiegt etwa 1400 Gramm. Im Schnitt wiegt ein männliches Gehirn 100 Gramm mehr als ein weibliches Gehirn. Wenn man sich einzelne Areale genauer anschaut, kann man außerdem festhalten, dass bei Frauen der Hippocampus im Verhältnis zum Gesamthirn im Durchschnitt etwas größer ist und bei Männern ist das bei der Amygdala der Fall2. Diese Mittelwertsunterschiede sind aber minimal. Schaut man sich ein Gehirn an, wüsste man nicht, ob es das einer Frau oder eines Mannes ist.

🤷‍♀️ Evolutive Überbleibsel 🤦‍♀️

1. Viele Menschen haben gar keinen Platz im Kiefer für Weißheitszähne. Als die arme Menschheit noch nicht das Zähneputzen kannte, waren ein paar Extra-Zähne noch sehr hilfreich. 

2. Wir haben noch die Ausstattung dafür, aber das dritte Augenlid fehlt beim Menschen. Es war ein zusätzlicher transparenter Schutz des Auges, wie er bei verschiedenen Vogelarten noch vorkommt.

3. Das Steißbein, welches mal verschiedene Wirbel waren, ist ein rudimentäres Überbleibsel eines Schwanzes.

4. Die Gänsehaut sieht doch recht lächerlich aus. Der kleine Muskel unter der Haut machte deutlich mehr Sinn, als er ein ganzes Fell zum Stehen brachte und somit seine Besitzer hat größer aussehen lassen und Wärme spendete

Perspektive

Dass Männer im Schnitt höhere sportliche Leistungen erbringen können als Frauen und nur Frauen natürlich stillen können, scheint in unserer Gesellschaft eher hinderlich als förderlich.

Es muss Zeiten gegeben haben, zu denen diese Aufgabenteilung das Überleben vom Menschen gefördert hat. Und diese Zeiten muss mindestens so viele Generationen lang gewesen sein, dass sich der Mensch auf diesen Stand entwickeln konnte.

Die Evolution lacht sich scheckig, wie der Mensch Hunden Krawatten ansteckt und dann darüber lacht – hat er mit sich selbst doch gerade erst das Gleiche gemacht.

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Hund in Krawatte

Demokratie, Diplomatie, Globalisierung, Digitalisierung ist aus evolutiver Sicht wie die neueste App – erstmal schauen, ob es das morgen noch gibt und wie groß das wirklich wird. Gott sei Dank! Technologie macht immer mehr menschliche Fähigkeiten überflüssig und bald reichen Gehirne, die Roboter steuern.

Deutlich ist, dass Unterschiede zwischen Frau und Mann scheinbar seit ein paar Jahrtausenden zurückzugehen, wie wir an Gehirngröße und Körperbehaarung sehen. Über die Fortpflanzung hinaus ist eine Aufteilung der Geschlechter überflüssig geworden. Die Frage ist, ob wir unsere erarbeitete Freiheit bereits jetzt nutzen können oder ob wir uns unsicher fühlen durch die fehlenden vorgegeben Rollen, für die unser Körper noch ausgestattet ist.


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Quellen:

  1. Tanner, 1970
  2. wikipedia.org Abruf 13.07.2019
  3. deutschlandfunkkultur.de Abruf 13.07.2019
  4. Bischof-Köhler 2006, S. 178

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2. Happy Jona hat jetzt am Anfang mehr Kapazität für den Ausbau des Sortiments, weil Lagerung und Lieferung entfällt.

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