Gender-neutrale Sprache

Themenüberblick:
1. Das generische Maskulinum
2. Abbau von Geschlechterstereotypen
3. Weitere gender-neutrale Sprachanwendungen

Sprachen reflektieren die Kultur, in der sie gesprochen werden. Eine gender-neutrale Sprache zielt darauf ab, Geschlechterstereotypen durch Sprache nicht weiter zu fördern und sogar zu reduzieren. Ihr Potenzial dazu konnten Studien bereits zeigen.

Eine geschlechtsneutrale Sprache inkludiert darüberhinaus Personen, die sich weder als Frau noch als Mann identifizieren.

1. Das generische Maskulinum

Wenn ich ausdrücken möchte, dass ich eine rechtliche Vertretung benötige, würde ich sagen “Ich brauche einen Anwalt, der mich verteidigt!”. Ich würde damit nicht meinen, dass ich einen männlichen Anwalt haben möchte, sondern einen Anwalt oder eine Anwältin. 

In Sprachen wie Deutsch und Englisch entspricht die generische, geschlechtsunspezifische Form der maskulinen Variante. Studien zeigen jedoch, dass das generische Maskulinum oft nicht als generisch, sondern männlich wahrgenommen wird. 

Viele Menschen würden in dem Beispiel an einen männlichen Anwalt denken, obwohl es nicht meine Absicht war, eine Vorauswahl nach Geschlecht zu treffen. Somit enthält unsere Sprache einen Bias zugunsten des männlichen Geschlechtes und zuungunsten des Weiblichen.

In der schwedischen Sprache wurde aus diesem Grund das zusätzliche Pronomen “hen” eingeführt. Es ist sozusagen das “es”, was man für Personen verwenden kann und ergänzt die Pronomen „han“ (er) und „hon“ (sie) um eine zusätzliche, generische Variante1

Ein Gegenbeispiel ist die thailändische Sprache, die kein Geschlecht kennt. Um ein Geschlecht herauszustellen, müsste man es extra dazusagen, wie zum Beispiel “eine weibliche Kuh”.

2. Abbau von Geschlechterstereotypen

Eine Studie von Margit Tavits und Efrén O. Pérez der Washington Universität in St. Louis zeigt, dass die Anwendung genderneutraler Pronomen Geschlechterstereotype reduziert und zudem die Einstellung gegenüber Frauen sowie Homosexuellen positiv beeinflusst und somit die Gleichheit der Geschlechter fördert.

Die Forscher untersuchten den Einfluss von gender-neutralen Pronomen an 3.000 Schweden. Zunächst zeigten sie den Teilnehmern eine Karikatur einer Figur, die mit einem Hund spazieren geht. Das Geschlecht der Figur war nicht erkennbar.

Dann teilten sie die Probanden nach einem Zufallsprinzip in drei Gruppen. Alle sollten beschreiben, was in dem Bild passierte. Gruppe 1 sollte jedoch nur neutrale Pronomen (hen) nutzen, Gruppe 2 nur weibliche (hon = sie) und Gruppe 3 nur männliche (han = er).

Im Anschluss sollten die Probanden eine Geschichte zu Ende schreiben von einer Person, die für ein politisches Amt kandidierte. Auch zu dieser fiktiven Person war weder Geschlecht noch Name vorgegeben. Gruppe 1 vergab mit einer höheren Wahrscheinlichkeit nicht-männliche Namen als Gruppe 3.

Als letztes beantworteten die Teilnehmer Fragen über ihre Ansichten zu Frauen und LGBT-Personen. Gruppe 1 zeigte positivere Einstellungen als Gruppe 33.

3. Weitere gender-neutrale Sprachanwendungen

English: 

Im Englischen gibt es viele maskuline Jobbezeichnungen, für die man eine gender-neutrale Variante nutzen kann, beispielsweise “firefighter” statt “fireman” oder “police officer” anstatt “police man”.

Zudem ist es üblich “they” als genderneutrale singuläre Variante statt “he” oder “she” zu nutzen, auch wenn es grammatisch umstritten ist. 

“We need a brave firefighter. I will pick them now!“

“Somebody parked wrong. Could they please move their car”

Eine andere, aber eher nicht standardisierte Version ist das Pronomen „ze“ anstelle von ihm oder ihr.

Ze is our new firefighter. We recruited zir yesterday. Zirs background is flawless and ze built zirself a good reputation.“

Deutsch:

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, Ansprachen gender-neutral zu formulieren:

Doppelnennung: “liebe Kollegen und Kolleginnen” 

Neutralisierung: “das Individuum”, “die Angestellten”, “die Studierenden”

Umschreibung: “Die Teilnahme am Seminar berechtigt zur Benutzung der Software“ 

Schrägstrichschreibweisen oder Klammer: „Mediziner oder -in“, „Mediziner/in“, „Mediziner/-in“, „MedizinerIn“, „Mediziner(in)“, „Mediziner_in“, „Mediziner (m/w)“)

Gendersternchen: “die Richter*innen”

Wegen der Kritik, dass Schrägstrich und Klammern den Lesefluss behinderten, kam die Binnen-I Schreibweise als weitere Möglichkeit hinzu: “LehrerInnen”, “einE BeamtIn”

Eine Studie zeigte, dass hieraus wiederum eher die weibliche Version wahrgenommen wird und sie somit auch nicht gender-neutral sei.

Und dann gibt es noch die Möglichkeit des generischen Femininum. Gender-Neutralität erreicht sie in dem Sinne, dass man dem dem überwiegend genutzten Maskulinum ein Femininum beiseite stellt. 


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Gender-neutral
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Quellen:

  1. spiegel.de Abruf am 04.09.2019
  2. wikipedia.org Abruf am 04.09.2019
  3. theguardian.com, tagesspiegel.de, pnas.org Abruf am 04.09.2019

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